Über den kürzlich öffentlich bekannt gewordenen Fall der mazedonischen Familie, die trotz bester Integrationsperspektiven nach negativ beschiedenem Asylbescheid ausgewiesen wurde, können die Willicher GRÜNEN hinsichtlich des Verhaltens der Ausländerbehörde und des schroffen Auftretens der Polizei nur den Kopf schütteln und verlangen Aufklärung durch den Landrat als Dienstherrn beider Behörden.

Parteivorsitzender Merlin Praetor: „Es kann nicht angehen, dass wir Menschen, die eine Pflegeausbildung absolvieren, abschieben und zugleich teure Anwerbeprogramme im Ausland veranstalten. Das versteht kein Mensch. Genauso wie das martialische Auftreten der Polizei. Unverhältnismäßig insofern, als dass die Familie sich selbst finanzieren konnte, die Kinder hier die Schule besuchten und der Vater als Dolmetscher für Behörden arbeitete. Es waren keine Terrorverdächtigen, das ist somit auch rechtsstaatlich fragwürdig. Selbst die Härtefallkommission des Landes, die von zahlreichen CDU-Politikern geprägt wird, empfahl der Ausländerbehörde, eine weitere Duldung auszusprechen.“

Die GRÜNEN schließen sich der Kritik der Helfer*innen an und möchten über ihre GRÜNEN Kreiskolleg*innen von der Kreisverwaltung erfahren, ob eine politische Linie vom Landrat musterhaft vorgegeben wurde, womöglich als Dienstanweisung und unabhängig von humanen Prinzipien und einzelfallbezogenen Details, um „erfolgreiche“ Fallzahlen präsentieren zu können, oder ob die Familienausweisung ein begründbarer, eventuell unglücklicher Einzelfall war.

„Wie auch immer – Dr. Coenen muss jetzt zum Auftreten und Verhalten der ihm nachgeordneten Behörden öffentlich dazu Stellung beziehen,“ fordert Dr. Raimund Berg, Fraktionsvositzender der GRÜNEN im Rat der Stadt Willich. Eine Spendenaktion für die mittellose Familie in Mazedonien, der dort auch Repressionen drohen, werden die GRÜNEN unterstützen.