Foto: Till Matthis Maessen

In und nach der jüngsten Ratssitzung hat die SPD-Fraktion in der Stadt Willich aus Sicht der GRÜNEN einen Vorschlag zum subventionierten Bauen für Familien präsentiert, der inhaltlich nicht überzeugt. Die Sozialdemokraten stellen sich vor, nach Erwerb eines teuren Grundstücks im Schiefbahner Norden, aber perspektivisch auch in anderen Baugebieten der Stadt, entsprechend der Kinderzahl und des Bautyps Eigenheim/Wohnung einen Zuschuss von bis zu 5.000 Euro zu gewähren.

Aus mehreren Gründen halten die Willicher GRÜNEN diesen Vorschlag für nicht zielführend:

1. Die Verschuldung junger Familien in Folge einer nahezu hundertprozentigen Fremdfinanzierung während der anhaltenden Niedrigzinsphase nimmt zu. Der nun in Aussicht gestellte Einmalbetrag ist aufgrund der hohen Grundstückspreise keine nachhaltige Finanzierungsunterstützung.
2. Die Umsetzung der Förderung erzeugt bei jungen Familien und der Verwaltung einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand. Mit niedrigeren Grundstückspreisen wäre eine effizientere unmittelbare Förderung junger Familien möglich.
3. Unklar sind auch Ausmaß sowie Grenzen des SPD-Vorschlags: Wie sollen beispielweise Altersgrenzen von Kindern beim Berechnungsverfahren gewertet werden? Was ist mit später hinzukommenden und angeheirateten Kindern? Welchen Familienstand müssen Antragsteller haben? Sind von außen hinzuziehende Familien förderwürdig oder nur innerhalb von Willich umziehende – und was ist verfassungsrechtlich zulässig?

„In Summe bleibt festzuhalten, dass es nach wie vor einfacher und gerechter wäre, die Grundstückspreise ohne Kreisverkehr zu berechnen und so den Preis eines Durchschnittsgrundstücks um rund 30.000 Euro zu reduzieren. Dann bräuchte man das gesamte Konstrukt nicht. Letztlich soll hier etwas neu angestrichen werden, was von der Substanz her nicht gelungen ist,“ äußern sich der Partei- und der Fraktionsvorsitzende, Merlin Praetor und Dr. Raimund Berg, gemeinsam.

Foto: Till Matthis Maessen

Foto: Till Matthis Maessen

Foto: Till Matthis Maessen

Foto: Till Matthis Maessen