PRESSEMITTEILUNG
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Ortsverband Willich
PRESSEMITTEILUNG
Willich, 12. August 2026
Willicher Grüne: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren“
Ortsverband stellt sich neu auf – und macht Klimaschutz, Haushaltslage und die Folgen der Hitze zum Schwerpunkt der kommenden Arbeit
Der Ortsverband Willich von Bündnis 90/Die Grünen hat sich Anfang des Jahres neu aufgestellt. An der Spitze stehen mit Annika Riedel und Paul Muschiol zukünftig zwei Co-Vorsitzende, die Kontinuität und frische Kraft miteinander verbinden. Ebenfalls im geschäftsführenden Vorstand vertreten ist Dr. Markus Thürmann, der darüber hinaus ebenfalls Co-Vorsitzender der GRÜNEN im Kreis Viersen ist und sich als Kandidat für die Landtagswahl 2027 bewirbt.
„Wir freuen uns über das Vertrauen unserer Mitglieder und über einen Vorstand, der bereit ist, in den kommenden Jahren Verantwortung für Willich zu übernehmen“, erklären die neuen Co-Vorsitzenden. „Gerade in Zeiten, in denen sich Klimakrise und kommunale Finanznot gegenseitig verschärfen, braucht es einen Ortsverband, der handlungsfähig ist und klar Position bezieht.“
Bewährte Fraktionsspitze bleibt im Amt
Für Kontinuität in der praktischen Ratsarbeit sorgt die bewährte Spitze der Grünen-Fraktion im Willicher Stadtrat; Christian Winterbach bleibt Fraktionsvorsitzender, Dr. Sabrina Keil und Paul Muschiol sind seine Stellvertretenden und bilden gemeinsam den Fraktionsvorstand.
Neuer Vorstand und Fraktionsspitze wollen künftig noch enger zusammenarbeiten, um Klimaschutz, Haushaltsdisziplin und soziale Fragen in Willich stärker miteinander zu verzahnen – auch und gerade als zweitgrößte Fraktion im Stadtrat in der die CDU die größte Fraktion stellt.
Schwierige Haushaltslage erfordert klare Prioritäten
Der neue Vorstand macht deutlich, dass die Haushaltslage der Stadt Willich angespannt bleibt. Sinkende Einnahmen, steigende Pflichtausgaben und wachsende Anforderungen an Infrastruktur und Daseinsvorsorge lassen der Kommune immer weniger finanziellen Spielraum. „Klimaschutzmaßnahmen wurden in der Vergangenheit immer als Manövriermasse im Haushalt betrachtet – wenn das Geld knapp war, wurde hier zuvorderst gestrichen. Doch Klimaschutz ist kein überflüssiger Luxus, sondern lebensnotwendig“, so Christian Winterbach. „Jede verzögerte Investition in Klimaanpassung, Wasserinfrastruktur oder Hitzeschutz wird uns in wenigen Jahren um ein Vielfaches teurer zu stehen kommen als heute. Wir werben deshalb im Rat dafür, knappe Mittel dort einzusetzen, wo sie langfristig Schaden von Willich abwenden.“
Der Klimawandel ist längst auch in Willich angekommen
Was lange als abstrakte Zukunftsgefahr galt, ist in diesem Sommer bittere Realität geworden – in Europa, in Deutschland und auch bei uns vor Ort. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden bundesweit bis Ende Juli 2026 bereits über 12.000 hitzebedingte Todesfälle geschätzt – mehr als im bisherigen Rekordjahr 2018. Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen sind betroffen. Gleichzeitig sinken vielerorts die Pegel: Der Rhein erreichte in Düsseldorf zeitweise ein Rekordtief, weite Teile Deutschlands leiden unter Grundwasserstress, die Lieferketten in der Industrie sind bedroht und Landwirte kämpfen mit Dürre und ausbleibenden Ernten.
„Hitzetote, vertrocknete Felder und historische Niedrigwasserstände sind keine Meldungen aus fernen Ländern mehr, sondern unsere Realität – auch hier in Willich“, so Thürmann. „Wer jetzt noch von einem fernen Problem spricht, hat die Lage nicht verstanden.“
Noch können wir das Schlimmste verhindern – aber die Zeit läuft uns davon
Trotz der bedrückenden Entwicklung betont der Ortsverband: Noch haben wir es in der Hand, die schlimmsten Folgen der Klimakrise abzuwenden. Doch dieses Zeitfenster schließt sich. Jedes weitere Zehntelgrad globaler Erwärmung macht dabei einen spürbaren Unterschied – für die Zahl der Hitzetoten, für Dürren und Ernteausfälle, für Wetterextreme, aber auch für das, was künftig noch bezahlbar zu bewältigen ist. „0,1 Grad klingt nach wenig. Tatsächlich Praxis können aber schon 0,1 Grad darüber entscheiden, ob Kipppunkte überschritten werden oder nicht, ob Ernteausfälle stärker werden und wie stark die Hitze auf Menschen einwirkt. “, so der Vorstand. „Deshalb zählt jede Entscheidung, die wir heute treffen oder eben nicht treffen.“
Nur gemeinsam werden wir es schaffen
Der neue Vorstand appelliert an alle demokratischen Kräfte im Rat, an Verwaltung, Vereine, Landwirtschaft und Bürgerschaft, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Klimaschutz und Klimaanpassung seien keine Parteiprojekte, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gemeinsam zu bewältigen sei. „Wir laden alle ein, konstruktiv mitzuarbeiten – über Fraktionsgrenzen hinweg. Willich kann diese Herausforderung meistern, aber nur, wenn wir sie gemeinsam angehen“, so der Vorstand abschließend.