GRÜNE fordern mehr Sicherheit in Willich und präventives Handeln

Im Notfall mit dem Defibrillator Leben retten, dass würde wohl jeder machen – was aber wenn der Defibrillator nicht auffindbar oder der Zugang verschlossen ist? Die aktuell ca. 40 städtischen Defibrillatoren in Willich sind oft nicht leicht aufzufinden, im Notfall geht für die Suche nach dem nächsten Defibrillator wertvolle Zeit verloren. Darüber hinaus ist der Zugriff auf die Geräte erschwert, sobald ein Notfall außerhalb der Gebäude, in denen der Defibrillator montiert ist, eintritt. Als weitere Einschränkung muss berücksichtigt werden, dass außerhalb der regulären Öffnungszeiten die städtischen Gebäude verschlossen sind. Somit sind insbesondere Nachts und am Wochenende die Mehrzahl der Defibrillatoren nicht frei zugänglich.

Paul Muschiol, Mitglied des Vorstands der GRÜNEN in Willich und Ruben Wippermann, Sprecher der GRÜNEN JUGEND/ KIDS Willich beantragen daher Säulen mit Defibrillatoren an zentralen Stellen im öffentlichen Raum aufzustellen bzw. diese von außen an städtischen Gebäuden anzubringen. Somit ist sichergestellt, dass bei primärem Kammerflimmern jede Bürgerin und jeder Bürger jederzeit helfen kann. Mit Defibrillation steigen die Überlebenschancen erheblich – jede Minute zählt.

Ein weiteres Problem haben unsere Rettungskräfte tagtäglich, auf dem Weg zum Einsatzort. In Stresssituationen wird auf Straßen vergessen rechtzeitig eine Rettungsgasse zu bilden. Vielen Autofahrern ist wahrscheinlich nicht bewusst, dass die Rettungsgasse schon dann zu bilden ist, wenn Fahrzeuge nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Die Begründung klingt logisch: Wenn die Fahrzeuge sich bewegen, können sie noch manövriert werden. In einer Stausituation ist dann meistens nicht  ausreichend Platz um für die mit Blaulicht und Martinshorn heraneilenden Einsatzkräfte eine Rettungsgasse zu bilden.

Antrag:

Um unsere Bürgerinnen und Bürger regelmäßig darauf aufmerksam zu machen, rechtzeitig eine Rettungsgasse zu bilden, beantragt die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, dass auf allen städtischen Fahrzeugen Hinweisaufkleber, die den Aufbau der Rettungsgasse darstellen, angebracht werden. Denn nur wenn alle Verkehrsteilnehmer rechtzeitig handeln, können unsere Rettungskräfte schnellstmöglich zum Einsatz. Meist reicht dafür schon eine kleine Denkstütze. Ebenfalls soll ein Kontingent an Hinweisaufklebern interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden.

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Willich beantragt deshalb:

Begründung

Bei Stau eine Rettungsgasse bilden – ist den meisten bekannt. Was viele aber nicht wissen ist, dass sie die Rettungsgasse dann schon bilden müssen, wenn Fahrzeuge auf Autobahnen oder mehrspurigen Außerortsstraßen nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Dann ist nämlich noch ausreichend Platz hierfür. Wenn alles steht und die Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen, ist es meist zu eng und zu spät für die Rettungsgasse. Um darauf Aufmerksam zu machen, sollen alle städtischen Fahrzeuge mit einem Hinweisschild ausgestattet werden. Dieses soll hinter auf dem Auto kleben, damit der Fahrer hinter dem Auto direkt auf das Schild Aufmerksam wird. Wünschenswert ist es, dass alle Willicher Bürgerinnen und Bürger und Firmen für ihre Fahrzeuge solche Hinweisschilder kostenlos bei Stadt bekommen.  Ziel ist es, unsere Bürgerinnen und Bürger aufzuklären und zu sensibilisieren, dass bilden einer Rettungsgasse kann über Leben und Tod entscheiden. 

Außerdem beantragt die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Willich:
 
die Beauftragung der Verwaltung zur Erarbeitung eines Konzeptes um die Stadt Willich mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren flächendeckend zu versorgen, inklusive der Erstellung einer Kostenübersicht.
 
Begründung:
Die aktuell ca. 40 städtischen Defibrillatoren in Willich sind oft nicht leicht aufzufinden, im Notfall geht für die Suche nach dem nächsten Defibrillator wertvolle Zeit verloren. 
 
Darüber hinaus ist der Zugriff auf die Geräte erschwert, wenn nicht unmöglich sobald ein Notfall außerhalb der Gebäude, in denen der Defibrillator aufgehängt ist, auftritt. Als weitere Einschränkung muss berücksichtigt werden, dass außerhalb der regulären Öffnungszeiten die städtischen Gebäude verschlossen sind. Somit sind insbesondere Nachts und am Wochenende die Defibrillatoren nicht frei zugänglich. 
Effizienter wären Säulen mit Defibrillatoren an zentralen Stellen im öffentlichen Raum aufzustellen bzw. die Anbringung dieser von außen an städtischen Gebäuden.
Kommt es zu einem akuten Notfall, muss der Helfer / die Helferin lediglich eine Scheibe einschlagen um den  Defibrillator zu erreichen. Im Idealfall wird die Feuerwehr automatisch alarmiert und zu dem Standort gerufen.   
 
Unsere Landeshauptstadt testet aktuell im Rahmen des Projektes „Düsseldorf herzsicher“ eine flächendeckende Absicherung. Ebenfalls hat die Stadt Unterschleissheim (ca 30.000 Einwohner) ein ähnliches Konzept bereits umgesetzt (https://www.unterschleissheim.de/familie-soziales-bildung/oeffentliche-defibrillatoren.html)