Trotz wachsender Investitionen in die Radinfrastruktur bleibt Willich verkehrspolitisch im Mittelmaß. Das zeigt der aktuelle ADFC-Fahrradklima-Test: Die Stadt erhält erneut nur durchschnittliche Bewertungen. Für viele Bürgerinnen und Bürger ist das wenig überraschend – Radwege sind häufig lückenhaft, unübersichtlich oder fehlen ganz, vor allem in den Außenbereichen. „In Teilen von Willich ist sicheres Radfahren nach wie vor kaum möglich“, sagt Tobias Gottschalk, Kandidat der GRÜNEN für den Stadtrat im Alt-Willicher Norden. „Gefahrenstellen wie schlecht einsehbare Querungen oder ungesicherte Kreuzungsbereiche stellen gerade für Kinder und ältere Menschen ein erhebliches Risiko dar. Es braucht endlich eine Verkehrspolitik, die das Fahrrad als festen Bestandteil moderner Mobilität begreift.“
Ein Beispiel ist die Bahnstraße, wo der Radweg auf den Alleenradweg – die ehemalige Bahntrasse Richtung Schiefbahn-Niederheide – trifft. Dieser Abschnitt gehört für viele Kinder zum täglichen Schulweg, ist aber derzeit alles andere als sicher. Eine Querungshilfe fehlt, obwohl sich beidseitig Bushaltestellen befinden. Der Radverkehr kreuzt eine stark befahrene Straße mit Geschwindigkeitsbegrenzung – deren Einhaltung aber oft bezweifelt wird. Die Stelle ist schlecht einsehbar, ohne bauliche Trennung. Die nächstgelegenen Ampeln – bei Lidl und Edeka – sind zu weit entfernt, um realistisch genutzt zu werden. Eine Bedarfsampel wäre dringend notwendig.
Zwar liegt mit dem Mobilitäts- und Verkehrskonzept (MoVe) ein strategisches Papier vor, doch die Umsetzung verläuft schleppend. Viele Maßnahmen stehen bisher nur auf dem Papier oder kommen nur als Einzelprojekte voran – oft ohne klare Priorität oder konkrete Zeitpläne. Die GRÜNEN fordern mehr Transparenz und eine stärkere Einbindung der Öffentlichkeit. Das MoVe ist auch Ergebnis langjähriger GRÜNER Initiative: Seit den 2010er Jahren haben die GRÜNEN regelmäßig Anträge gestellt, die auf eine sichere, fahrradfreundliche Stadt Willich abzielten – viele dieser Vorschläge wurden ins MoVe übernommen.
„Es reicht nicht, Konzepte zu haben – man muss sie auch mit Leben füllen“, so Gottschalk. Willich hat das Potenzial, eine fahrradfreundliche Stadt zu werden. Die GRÜNEN fordern deshalb: ein durchgängiges, sicheres Radwegenetz bis 2030, Vorrang für Schulwege, echte Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung des MoVe-Konzepts, regelmäßige Fortschrittsberichte zur Transparenz und Sichtbarkeit, die bei den Menschen ankommt, sowie die konsequente Nutzung von Fördermitteln. „Die Menschen in Willich wollen eine Stadt, in der man sich sicher und selbstbestimmt bewegen kann – zu Fuß, mit dem Rad oder dem Bus“, betont Gottschalk abschließend. „Diese Verkehrswende schulden wir nicht nur dem Klima, sondern auch der Lebensqualität vor Ort.“