GRÜNER BLICK – Ausgabe 7

GRÜNER BLICK – Ausgabe 7: Infoschrift der Willicher GRÜNEN
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Interview: Fridays for Future Willich

Bernhard Fleischer

Lange galten junge Menschen als unpolitisch. Dies änderte sich mit «Fridays for Future». Zunächst wurde ihnen in Teilen Diskussionskompetenz abgesprochen («Klimaschutz ist was für Profis»). Dann folgten häufig Diffamierungen. So war in der örtliche Presse im Zusammenhang mit den Protesten zu lesen, man müsse «eine klare Ansage machen und den jungen Leuten, die nicht lebensfähig sind, sagen, dass es unrealistisch ist, was sie fordern» (WZ, 05.07.2019).

Protestzüge im «beschaulichen» Willich – für viele Willicherinnen und Willicher eine befremdliche Erfahrung. Wie kam es dazu?

Das fing damals Ende 2018 an. Da fuhren die ersten nach Düsseldorf zu den Protestaktionen. Im Frühjahr 2019 organisierten Kyra, Rebekka, Maike und Paula die erste Aktion in Willich.

Welche Reaktionen erfahrt ihr?

Auf der einen Seite haben sich uns viele Schülerinnen und Schüler angeschlossen; aber auch Studierende, Auszubildende, und Erwachsene. Besonders großartig sind die ganzen Helfer, die uns mit selbst Gebackenem und technischem Zubehör unterstützen. Auf der anderen Seite liest man den ein oder anderen destruktiven Kommentar auf Facebook von einzelnen aufgebrachten Bürgern, denen das Engagement der jungen Leute nicht passt. Da sind einige unterhaltsame Kommentare dabei.

Die globalen Forderungen der Bewegung dürften mittlerweile jedem klar sein. Aber was wollt ihr konkret vor Ort bewegen?

«Fridays for Future Willich» setzt sich unter anderem für eine Verbesserung des ÖPNV und der Radwege ein. Bus- und Radstrecken sollen effektiver genutzt werden, sodass sie eine nachhaltigere Lebensweise unterstützen. Diesbezüglich spricht sich «Fridays for Future Willich» ebenso für eine Förderung einer regionalen und saisonalen Ernährung in den (Schul-)Kantinen aus. Nicht zuletzt müssen auch unsere Grünflächen profitieren. Geplant ist dort der Einsatz von Mülleimern mit integrierten Aschenbechern. Unsere letzte Parksäuberung zeigte deutlich, wie notwendig solche kleinen Maßnahmen sind. Zu diesem Thema steht übrigens seit Ende November 2019 ein Kunstprojekt im alten Schlecker auf der Bahnhofstraße.

Danke für euer Engagement!