Interview: Claudia Poetsch – unsere Bürgermeisterkandidatin

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stellen eine eigene Bürgermeisterkandidatin. Ende März wurde Claudia Poetsch offiziell präsentiert. Parteivorstand und -basis freuen sich über ihren Entschluss und stehen geschlossen hinter ihrer Kandidatur. Gerne stellt sie sich auch in diesem Heft den Willicher Bürgerinnen und Bürgern vor und erläutert ihre Motivation zur Bewerbung. Im Rahmen unseres Formates «Grünes Sofa» wird sie in allen Stadtteilen zum Gespräch einladen.

Warum willst du Bürgermeisterin werden?

Die kommenden Jahre bringen viele große Herausforderungen. Hierzu gehören beispielsweise die Klimakrise, Digitalisierung, demografischer und gesellschaftlicher Wandel, Mobilität und Sicherheit. Mit einem «Weiter so» können wir das nicht mehr meistern. Damit Willich auch in Zukunft ein erfolgreicher und lebenswerter Wirtschafts- und Wohnstandort bleibt, ist Querdenken gefragt. Es braucht neue Wege und Lösungen. Durch meine vielseitige Lebens- und Berufserfahrung bin ich bestens dafür gerüstet, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung und Politik notwendige Veränderungen erfolgreich zu gestalten. Ich bin kreativ, lösungsorientiert und verfüge über die Gabe Menschen zu begeistern, zu überzeugen und Konsens herzustellen. Es geht mir um die Möglichkeiten des gemeinsamen Gestaltens und nicht um Macht.

Eine Abkehr vom «Weiter so» bedeutet umgekehrt Veränderung. Das kann auch Ängste erzeugen?!

Ja, nehmen wir nur mal die Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung und der Weiterentwicklung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Da steckt bei weitem mehr dahinter als Breitbandausbau, 5G oder die Installation einer neuen Software. Die Themen durchdringen zunehmend alle unsere Lebens- und Arbeitsbereiche – in der Wirtschaft, in der Verwaltung und in unserer Gesellschaft. Und mit jeder Veränderung sind Menschen betroffen! Das muss einem immer bewusst sein. Veränderungen, vor allem wenn sie noch nicht genau bestimmbar sind, erzeugen bei vielen Verunsicherung oder gar Ängste. Befürchtungen, abgehängt zu werden und nicht mehr mithalten zu können, nehme ich sehr ernst. In der Rolle der Bürgermeisterin sehe ich es als meine Aufgabe darauf zu achten, dass regelmäßig und verständlich informiert wird und Politik sowie Bürgerinnen und Bürger so früh wie möglich beteiligt werden. Aktiv mitwirken zu können schafft Sicherheit und Vertrauen in das was kommt. Nur so können wir Veränderung auch als Chance erleben. Und nur so schaffen wir Akzeptanz für Veränderung und erzeugen damit Nachhaltigkeit. Weg von dem «ihr da oben und wir hier unten» hin zu einem «Wir» ist die Devise, die mich antreibt.

Was bedeutet Veränderung konkret für die Verwaltung der Stadt Willich?

Gleiches gilt für die Verwaltung. Sie ist kein Selbstzweck. Sie muss für uns alle ein verlässlicher und serviceorientierter Partner sein. Eine Behörde darf sich umfassenden Veränderungen nicht verschließen, um handlungs- und zukunftsfähig zu bleiben. Auch hier befinden wir uns in einem gewaltigen Transformationsprozess, der uns in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen wird und den ich gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angehen möchte. Durch meine langjährige berufliche Erfahrung im Kommunalbereich fühle ich mich für die anstehenden Aufgaben absolut gerüstet.

Du bist erst wenige Jahre im Parteivorstand von Orts- und Kreisverband der GRÜNEN und arbei- test als Sachkundige Bürgerin in Willich. Reicht deine Erfahrung?

Ich bewerbe mich ja nicht um den Fraktionsvorsitz! Als Bürgermeisterin wäre ich gemeinsam mit dem Verwaltungsvorstand für eine funktionierende und zukunftsfähige Verwaltung verantwortlich. Zusammen mit dem Rat sind Ziele zu formulieren und Projekte aufzusetzen, um das Gemeinwohl für alle Menschen unserer Stadt zukunftsfähig und generationengerecht zu gestalten. Und ja: Rund 27 Berufsjahre als Diplom-Verwaltungswirtin in der Kommunalverwaltung, von der Sachbearbeitungs- bis zur Führungsebene, sind ein gutes Fundament. Die Ausbildung zum Business Coach an der Akademie der Ruhr-Universität Bochum ist ein weiteres Pfund, das mich für die Leitung einer Organisation in der Größenordnung der Stadtverwaltung befähigt. Die Schnittstellen zwischen Politik und Verwaltung sind mir bekannt. Für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung möchte ich mich ganz bewusst stark machen. Ich habe Respekt, aber keine Angst vor den Herausforderungen des Bürgermeisteramtes, ich freue mich drauf! Für alle Bürgerinnen und Bürger und alle Ortsteile.

Du bist keine Ur-Willicherin. Ist das ein Nachteil für die Bewerbung um das höchste Amt der Stadt?

Heimat ist für mich da, wo die Familie wohnt, wo man gerne lebt und sich wohl fühlt. Wir sind vor mehr als 20 Jahren hierher gezogen. Unsere Kinder sind hier aufgewachsen – Willich ist unsere Heimat! Gerade nicht Ur-Willicherin zu sein halte ich für die Ausübung des Bürgermeisteramtes für einen absoluten Vorteil. Ich bin hier niemandem und keiner Institution zu irgendetwas verpflichtet. Das ermöglicht mir das Amt neutral und sachgerecht auszuüben. Das entspricht auch meinem Anspruch an das Amt, nämlich für alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen da zu sein.

Wie wird eine Bürgermeisterin Claudia Poetsch den Willicherinnen und Willichern begegnen?

Ich will nah bei den Menschen dieser Stadt sein. Sie zum Gespräch auf Augenhöhe einzuladen, ist auch immer mein Ansatz im Politikbetrieb der Stadt Willich. Und natürlich solides Verwaltungshandeln. Am Ende geht es darum, die Anliegen, Sorgen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger in nachhaltiges kommunales Handeln zu übertragen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Wahl!

Claudia Poetsch