GRÜNER BLICK – Ausgabe 6 (Spezial zur Europawahl 2019)


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Wildblumenwiesen gegen das Artensterben

Sven
Sven
Samenbombe (Seedbomb) – Herder3 - CC BY-SA 3.0

Samenbombe (Seedbomb) – Herder3 - CC BY-SA 3.0

Durch den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln innerhalb der Landwirtschaft können hier bereits seit einigen Jahren Rückgänge innerhalb der Bienenpopulation beobachtet werden. Um dieses Problems Herr zu werden, gibt es eine simple Alternative, die alle in ihren Gärten umsetzen können: Wildblumenwiesen.

Die Zahl der hierzulande lebenden Bienen wird immer wieder durch Störfaktoren aus dem Gleichgewicht gebracht. Im Sommer 2018 konnte eine Studie belegen, dass die verwendeten Pestizide (glyphosathaltig) innerhalb der Landwirtschaft enorme Auswirkungen auf Bienen haben können. Durch den Kontakt mit diesem Mittel wird die Darmflora der Tiere negativ beeinflusst. Sie verlieren Appetit und Orientierung, können nicht mehr zu ihrem Stock finden und verenden schlussendlich. Um dieses Problems Herr zu werden, kann auf heimische Blumen- und Kräuterwiesen zurückgegriffen werden, die sogenannten Wildblumenwiesen. Die Wiesen bestehen zum größten Teil aus heimischen Pflanzen, die man nur noch viel zu selten sieht. Kornblumen, Leimkraut und Wiesen-Fuchsschwanz sind Beispiele für Pflanzen, die auch hierzulande immer weiter verschwinden. Durch Wildblumenwiesen kann dem Ganzen Abhilfe geschafft werden. Sobald die Wiesen ausgesät sind, reichen Regen und Sonnenschein bereits zum Gedeih der Pflanzen. Nach wenigen Wochen zeigt sich die Wiese in ihrer ganzen Pracht. Die verschiedenen Blumen und Kräuter duften und locken viele Insekten an.

Auf der Wiese herrscht dann ein rechtes Getümmel. Besonders die Bienen fühlen sich hier ausgesprochen wohl. Vor ungebetenen Besuchern auf der Terrasse oder auf dem Balkon muss man hier keine Angst haben. Die Bienen haben mehr Interesse an der Wiese als an Menschen. Ich selbst habe den Gedeih einer solchen Wiese im heimischen Garten beobachten können. Um es kurz zu machen: Ich war einfach begeistert. Auch die Nachbarn konnten der Idee etwas abgewinnen. Spätestens, als die Wiese zum ersten Mal blühte, waren alle hellauf begeistert.

Sollten Sie Interesse haben, eine derartige Wiese auch bei sich im Garten zu sähen, achten Sie auf mehrjähriges Saatgut. Die Wiesen benötigen keine aufwendige Pflege und leben von Regen und Sonne. Wer keinen Garten besitzt, kann auch in der Öffentlichkeit einen Beitrag leisten. Guerillia Gardening ist hier das Stichwort. Durch den Einsatz von Seedbombs kann überall ein kleines Stück Grün entstehen. Seedbombs bezeichnet hier eine kleine Kugel aus Tonerde und Saatgut. Sobald diese Kugel im Freien mit Wasser in Berührung kommt, fängt die Pflanze an sich zu entwickeln – ganz einfach selbst herstellen und etwas Gutes tun.