GRÜNER BLICK – Ausgabe 3 (Spezial zur Landtagswahl 2017)


Infoschrift der Willicher GRÜNEN
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Unsere Landtagskandidatin: Martina Maaßen

Merlin
Merlin

Merlin Praetor (links) und Raimund Berg (rechts) im Gespräch mit Martina Maaßen Foto: B90/DIE GRÜNEN

Die Landtagswahlen NRW stehen kurz bevor. Anlass genug, unsere GRÜNE Landtagsabgeordnete Martina Maaßen nach sieben Jahren politischer Arbeit an höchster Stelle in unserem Bundesland ausführlicher zu befragen. Und natürlich auch, um unsere Kandidatin und ihre Zielsetzungen umfänglicher vorzustellen.

Martina, was sind aus deiner Sicht die wichtigsten oder größten GRÜNEN Erfolge in der abgelaufenen Legislatur auf Landesebene?

Wir haben durch vielfältige Maßnahmen mehr soziale Gerechtigkeit geschaffen. In meinem Arbeitsbereich, der Arbeits- und Sozialpolitik, haben wir einen sozialen Arbeitsmarkt durch öffentlich geförderte Beschäftigung eingerichtet. Lang- zeitarbeitslose, die bisher keine Chance hatten, können hierüber wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen.
Durch die von uns eingeführte Ausbildungsumlage im Bereich der Altenpflege sind rund 10.000 neue Ausbildungsplätze entstanden. In vielen Einrichtungen, die bisher nicht ausgebildet haben, wird jetzt ausgebildet. Hinsichtlich der Kosten für einen Platz im Altenheim haben wir sichergestellt, dass Heimbewohner nur die tatsächlich entstandenen Kosten in Rechnung gestellt werden dürfen.
Darüber hinaus haben wir die Rechte von behinderten Menschen gestärkt. Wir haben hier die Möglichkeiten verbessert, in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können. Und den Kita-Ausbau haben wir vorangetrieben und die Zahl der Plätze verdoppelt.
Mit dem Projekt „Kein Abschluss ohne Anschluss“ wurde erreicht, dass alle Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse Unterstützungsangebote zur Berufsorientierung erhalten. Dies ist ein wesentlicher Schritt, um Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern.

Martina Maaßen
Wohnhaft in Viersen, 53 Jahre, 4 erwachsene Kinder Ausbildung: Dipl.-Sozialpädagogin und Dipl.-Sozialwirtin
Politisches Engagement
– Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN seit 1991 – Ratsmitglied Stadt Viersen (Fraktionsvorsitzende) – Kreistag (Sachkundige Bürgerin)
– Abgeordnete des Landtags NRW seit 2010; hier:
• Ausschusssprecherin „Gesundheit und Soziales“ • Mitglied im Petitionsausschuss
• Schriftführerin Landtag


Welche nächsten „großen Themen“ zeichnen sich in deinem Arbeitsbereich Sozial- und Arbeitsmarktpolitik mittelfristig ab?

„Teilhabe am Arbeitsmarkt“ liegt mir besonders am Herzen. Mit Initiativen im Bundesrat wird es mir weiterhin ein Anliegen sein, Werkverträge und Leiharbeit einzudämmen. Auch der „Soziale Arbeitsmarkt“ wird weiterhin im Mittelpunkt stehen. Wir brauchen hier eine bundesweite Lösung. Als Land NRW können wir den bei uns lebenden rund 300.000 langzeitarbeitslosen Menschen und ihren Familien alleine nicht helfen. Hier ist es notwendig, dass die öffentlich geförderte Beschäftigung zum gesetzlichen Regelinstrument wird.

Welche Auswirkungen hat Landespolitik für eine Kommune wie Willich konkret?

Die Landespolitik wirkt direkt auf die Kommunen in NRW und natürlich auch auf Willich. Ein Schwerpunkt ist das Paket „Gute Schule 2020“. Wir fördern die Schulen in NRW mit 2 Milliarden Euro. Willich erhält in den nächsten 4 Jahren 2 Millionen Euro aus diesem Topf. Auch die Schulsozialarbeit kann weitergeführt werden, da das Land die vom Bund eingestellten Zahlungen weiter übernimmt. Wir brauchen auch mehr bezahlbaren Wohnraum für alle. Der Ausbau der finanziellen Mittel für den sozialen Wohnungsbau wird weiter vorangetrieben.

Welche persönliche Bilanz ziehst du aus deinem Wirken in der abgelaufenen Legislatur?

Sozialpolitik ist mir eine Herzensangelegenheit. Gerade für Menschen aktiv gesetzliche Verbesserungen herbeiführen zu können, hat mich begeistert und erfüllt. Leider nimmt die Armut weiter zu. Viele Menschen können nur wenig an einem „normalen Leben“ teilhaben. Dies besorgt mich sehr und dann geht mir Politik nicht schnell genug. Dann spürt man auch seine Grenzen als Landespolitikerin.
Besonders geprägt hat mich auch meine Arbeit im Petitionsaus- schuss. Ich habe insbesondere die Petitionen der Inhaftierten der Gefängnisse in Anrath betreut sowie Anliegen von Flüchtlingen. In mehr als der Hälfte der Fälle konnte ich erfolgreich behilflich sein.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Wahlen!