GRÜNER BLICK – Ausgabe 2


Infoschrift der Willicher GRÜNEN
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Wechsel an der Parteispitze

Bernd
Bernd

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung gab es einen Wechsel an der Parteispitze: Nach 14 Jahren stand Raimund Berg nicht erneut als Vorsitzender zur Verfügung, um sich noch intensiver auf sein Amt als Fraktionsvorsitzender konzentrieren zu können. Erhalten bleibt er dem Vorstand aber als Stellvertreter des neuen Vorsitzenden Merlin Praetor. Beide wurden von den anwesenden Mitgliedern ohne Gegenstimmen in ihre Ämter gewählt.

In seiner Eröffnungsrede stellte Berg die positive Entwicklung des Ortsverbands heraus. Die Mitgliederzahl ist auf historischem Höchststand. Und mit sechs Ratsmandaten gelang der Partei bei den letzen Kommunalwahlen als drittstärkster Kraft in Willich mit 13,27 Prozent das beste Ergebnis seit Gründung 1984.

Merlin Praetor bedankte sich für die herausragende Entwicklung der letzten Jahre und die Wandlung in einen sehr aktiven Verband. Der weitere Verlauf der Sitzung stand unter dem Leitthema „Wie wollen wir in Willich leben?“. Günstiger Wohnraum für Willicher Familien steht für die GRÜNEN besonders im Vordergrund. „Bei einem Quadratmeterpreis von330 Euro am Schiefbahner Dreieck wird klar Politik gemacht, die sich an Auswärtige richtet und nicht an Willicher“, wurde er deutlich. Das Thema Sicherheit wurde durch Besucher der öffentlichen Versammlung eingebracht. Hier sehen die GRÜNEN wichtige Ansätze in einer höheren Bürgernähe durch Polizeipräsenz auf den Straßen statt im Büro, verbesserter Aufklärung, positiver sozialer Kontrolle und einem kommunalen Ordnungsdienst.

Neben weiteren Themen ist natürlich der Umweltschutz ein zentrales Anliegen: „Kahlschläge durch die Stadtverwaltung wie am Herderweg ohne Rücksprache mit der Politik haben immer ein Geschmäckle“, so Praetor.
Tagesordung PP
Raimund, 14 Jahre warst du Vorsitzender unseres Ortsverbandes – fällt es schwer jetzt loszulassen?
Merlin und ich haben schon in den letzten beiden Jahren sehr eng im geschäftsführenden Vorstand politisch zusammengearbeitet, so dass die Veränderungen gar nicht so groß sind. Sicherlich habe ich jetzt einige Termine weniger. Aber die Aufgaben in der Partei und der Fraktionsführung machen mir Spaß und das Zusammenspiel mit Merlin ist sehr produktiv – wir ergänzen uns gut. Natürlich wird Merlin seine Vorstellungen jetzt stärker einbringen und GRÜNE Positionen auf seine Weise vermitteln. Das bringt uns auch etwas mehr Schwung in einige Themen. Zudem hat die Trennung von Partei- und Fraktionsvorsitz auch Vorteile in der täglichen Arbeit.

Du hast den Ortsverband damals in schwieriger Lage übernommen. Welche Situation hast du vorgefunden und wie hat sie sich entwickelt?
Wir hatten seinerzeit die letzte Kommunalwahl verloren und waren auf gut fünf Prozent und zwei Ratssitze abgestürzt. Auch die Anzahl der Sachkundigen Bürger war überschaubar. Zudem hatte die CDU wieder eine Ratsmehrheit. GRÜNE Ideen zur Umgestaltung des Lebens in Willich hatten es schwer. Heute sind wir als drittstärkste Kraft an vielen Entscheidungen maßgeblich beteiligt. Wir werden in alle wichtigen politischen Prozesse eingebunden. Da es keine Mehrheitsfraktion bzw. Koalition gibt, wird auf Sachfragenebene gerungen. So haben wir in den letzten drei Jahren für fast alle unsere Haushaltsanträge Unterstützung gefunden. Politik, erst recht Kommunalpolitik, ist kein Selbstzweck. Wir nehmen die Probleme der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst und versuchen Mehrheiten für gute Lösungen zu finden. Es sind dabei oft die kleinen Dinge, die das Leben in Willich lebenswerter machen.

Merlin, was hat dich zur Übernahme des neuen Amtes motiviert?
Wir haben eine gut aufgestellte Truppe mit vielfältigen Kompetenzen – jeder kann irgendwo und irgendwie helfen. Die langfristige Ausgestaltung und Verwirklichung GRÜNER Ziele im Team ist mir besonders wichtig; vor Ort wie auch bei den Kreisgrünen. Auch die Bezüge zum Land möchte ich stärken. Diese Vitalisierung GRÜNER Infrastruktur hat mich motiviert. Als Nebeneffekt entlaste ich die Fraktionsspitze, die dadurch ihr Tagesgeschäft in der Lokalpolitik nachhaltiger wahrnehmen kann.

Wie wird sich dein Arbeitsstil von Raimunds unterscheiden und wo siehst du als neuer Parteivorsitzender inhaltliche Schwerpunkte?
Ich komme über die Kontaktschiene. Raimund ist eher analytisch unterwegs und als Verhandlungsführer unverzichtbar. Deshalb ist er auch im Vorstand verblieben. Inhaltlich bleibt der Fokus auf den Themen Umweltschutz, nachhaltige Entwicklung von Flächen im Städtebau, selbstbestimmter Haushalt, ökosoziale Wirtschaftsförderung und angrenzende Themen. Und als Vorsitzender des Schulausschusses natürlich Inklusion, Integration sowie allgemein eine gut funktionierende Bildungskette von den Kleinsten bis zur Oberstufe und darüber hinaus.